Religion allgemein

 

Sind Religionen Zeitfresser?

 

Antwort · · 16

Das kommt ganz darauf an, was Religion für einen ist. Für mich ist Religion das, woran ein Mensch glaubt, egal an welche Macht und an welchen Gott. Und genauso wenig, wie ein Messer gut oder schlecht ist, ist auch Religion gut oder schlecht. Wichtig ist, ob sie dem Leben dient und wie ein Glaubender auf die Welt zu- und mit ihr umgeht.

 

Ich hatte z.B. eine unglaublich glückliche Kindheit und bin in einer Familie großgeworden, in der es noch ein Christkind und ein Osterhäschen gab und ich erinnere mich gerne daran. Es hat mir nicht geschadet, auch wenn ich heute eine völlig andere Sichtweise von den Religionen habe. Ich habe mich weder veräppelt gefühlt noch sonstwie hintergangen und ich denke, dass Erwachsene gut daran tun würden, die Kinder ruhig glauben zu lassen, dass es sowas wie ein Christkind, Engel, unsichtbare Freunde oder einen Osterhasen gibt. Dieses Zwangsernüchtern in der Kindheit finde ich einfach blöd. Aber soweit denke viele Erwachsene heute garnicht mehr. Und nein, die Welt ist dadurch nicht besser geworden. Und nein, ich empfinde das auch nicht als Zeitverschwendung - ich ziehe noch heute Kraft aus dem Glück und der Geborgenheit meiner Kindheit und habe es heute noch nicht nötig, jeden anzupflaumen, der mir mal quer kommt. Aber egal...

 

Für bedenklich halte ich Religionen, die den Menschen dazu verleiten, sich über andere zu erheben und ihn als etwas besseres darzustellen als Andersgläubige (sehr verbreitet unter den Erben des Kain) und andere sogar im Namen ihrer Religion zu drangsalieren.
Die bedenklichste unter diesen Religionen ist meiner Ansicht nach keine übliche Religion, sondern der heutige Glaube an die Unabdingbarkeit der Wirtschaft und die Allmacht des Geldes, weil sie den Menschen dazu bringt, Mensch, Tier und Natur unterzubuttern und sogar den einzigen Lebensraum zu zerstören, den der Mensch nunmal hat.

 

Wohingegen Religionen, die Menschen Liebe und Respekt vor anderen lehren, sehr gewinnbringend sein können. Sie stärken Menschlichkeit, soziales Miteinander und Verantwortungsbewusstsein und solche Menschen sind für unser Zusammenleben mitunter sehr, sehr wichtig. Wer hingegen daran glaubt, nur nicht erwischt werden zu müssen und ansonsten alles zu dürfen ist mitunter weniger hilfreich für die Gemeinschaft.


Nun - und den Glauben, dass es nichts gibt, was mächtiger ist als die materielle Ebene, halte ich für ziemlich beschränkt. Klar, wenn Menschen daran glauben, dann ist das ihr Ding und ich rede da auch niemandem rein. Aber für mich ist der Glaube, dass die Welt aufhört, wo unsere Messinstrumente versagen, eher eine Begrenzung des Geistes.

 

 


Auf die Frage, welche Religionen Tiere genauso ehren wie den Menschen oder ob es immer nur um das Heil des Menschen ginge
 

Eigentlich alle Naturreligionen.
Das findest du bei den Ureinwohnern Nord- und Südamerikas, Afrikas und Australiens. Und du findest es auch im Buddhismus, wobei indigene Völker oft sowieso noch näher sind an der Natur, weil sie in ihr und mit ihr leben (wenn sie denn gelassen werden).

In den drei arabischen Religionen Judentum, Christentum und Islam ist es allerdings so, dass Mensch sich über den Rest der Schöpfung erhebt und sich ganz gerne als Krone der Schöpfung ansieht, wobei gerade diese Kulturen sich eher wie der Reißwolf der Schöpfung aufführen.

Interessanterweise gibt es da auch Parallelen zu ostasiatischen Kulturen
wie in China, Japan usw.. Diese Parallelen betreffen allerdings nicht nur die Religionen des 'abgehobenen Menschseins', sondern auch den Glauben an die Wirtschaft wie wir sie kennen. Wo immer man hinschaut, gehen der Glaube an eine Sonderstellung des Menschen wie auch an unsere Wirtschaftsform Hand in Hand mit Missachtung von Tier und Natur. Beides mündet überall darinnen, Schindluder mit der Schöpfung (unserem Lebensraum) zu treiben. Aber wie soll es auch anders sein, wenn Mensch der Idiotie verfällt, so was Besonderes zu sein, dass er mit den Gaben der Natur Geschäfte machen darf?

Nachtrag:

Ich hab etwas Wichtiges vergessen: Wenn ich vom 'Christentum' rede, dann meine ich die Interpretation der Schriftgelehrten bzw. deren Definition des Christentums, aber NICHT die Lehre von Jesus Christus. Das ist etwas völlig anderes.

Jesus Lehre fordert uns auf, Schöpfer und Schöpfung zu lieben mit allem, was uns ausmacht. Und was man liebt, verurteilt man nicht als Sünde.
Und aus dem, was man liebt, macht man keine Geschäfte.

 


 

Warum versuchen immer wieder Gläubige, die Existenz ihres Gottes durch das Widerlegen der Evolution zu belegen ?

"Ich stelle diese Frage, weil bei fast jeder Frage zum Thema, ob es Gott gibt oder nicht, irgendjemand behauptet hat, dass die Evolutions-Lehre falsch sei, es also daher Gott geben müsse."

 

Meine Antwort: "Weil ihnen die Meinungen der Schriftgelehrten irgendwie wichtiger ist als Schöpfer und Schöpfung. Denn wäre ihnen Schöpfer und Schöpfung wichtiger, würden sie die Schöpfung so anerkennen wie sie ist. ...."

 

Kann ein einzelner Mensch überhaupt einer Religion aus eigener Überzeugung angehören? Bitte lesen...

"Es ist eine von mir sehr komplexe Theorie, mit der ich viele Moslems bsw. sprachlos gemacht habe. Es tut mir weh so Überzeugungen von anderen Menschen ins Wanken zu bringen, aber ich schieße mal los, es ist im übrigen eine meiner Meinung nach nicht zu widerlegende Theorie, ich habe sie ..."

Meine Antwort: "Ja natürlich kann ein einzelner Mensch einer Religion aus Überzeugung angehören. Es geht ja um Glauben und Überzeugung - wirklich Wissen tuts ja eh keiner und Beweise gibts auch nicht. Religionen sind ..."