Menschen, Gefühle, Verhalten, Prägung, Entwicklung,

 

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 Auf die Frage, ob "gut" und "böse" nur in unserem Kopf existiert

 

Antwort · · 6

Ja natürlich, liebe lovelysweetie.

Gut und Böse liegen im Auge des Betrachters und sind eine Frage der jeweiligen Erwartungen, der jeweiligen Situation und des jeweiligen Augenblicks. So ist es für eine Antilope sicherlich böse, wenn ihr Kind von einer Löwin gerissen wurde. Für eine andere Antilope ist es gut, dass es nicht ihr Kind erwischt hat - aber die Löwin böse, weil sie ja Jagd auf Antilopen macht. Und für die Löwenkinder ist Mammi supergut, weil sie Futter bringt und sie davon satt werden können.

Was die Tierwelt angeht, neigen die Menschen auch dazu, das anzuerkennen, aber für sich selbst beanspruchen sie Sonderregeln. Wie gut die funktionieren, sieht man, wenn man sich im Lebensraum Erde umschaut. Für den ist die selbsternannte Krone der Schöpfung eher ein Reißwolf der Schöpfung. Vor allem, seit der Mensch seine Regelwerke erfunden hat, die ihn als etwas ach so Besonderes ausweisen. Aber das macht den Menschen nicht böse, es zeigt nur, wie überheblich er ist. Was beileibe nicht für alle gilt, es gibt ja auch noch einige wenige indigene Völker, die die Probleme der sogenannten 'zivilisierten' Völker garnicht so haben.

Man könnte fast sagen, dass der Mensch mit der Erfindung von Gut und Böse auch beides geschaffen hat. Denn was tut ein kleines Kind, dem man verboten hat, etwas anzufassen - nachdem man den Raum verlassen hat?
Sobald es sich alleine wähnt, nähert es sich dem verbotenen Ding, betrachtet es eine Weile und dann fasst es das Teil an. Obwohl es das Objekt ohne dieses Verbot vielleicht garnicht beachtet hätte. Das ist völlig normal und menschlich - aber keineswegs böse.

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Auf die Frage, was wichtig ist heutzutage?

Antwort ·

Liebe sahara230,

so seltsam es sich anhört, das hat wirtschaftliche Gründe. Wir werden zunehmend permanent auf imaginäre Wünsche konditioniert. Und auch, wenn Menschen 'glauben', dass sie über die Werbemaschinerie erhaben sind - der Mist wirkt aufs Unterbewusstsein, bewirkt Dauermangelgefühle und aktiviert die vorgegebenen Schalter, die diese Mängel (angeblich) beseitigen.

Und jeder ist für andere Bereiche empfänglich - der/die eine reagiert nicht auf Schuhe, dafür aber auf Bio, der nächste reagiert nicht auf Bio, dafür aber auf neue Handymodelle, im nächsten werden Urlaubswünsche aktiviert - und in den meisten hat sich irgendwie der 'Idealtypus' des glücklichen Menschen eingeprägt: Jung, schlank, gutaussehend, fröhlich, gut gekleidet, sorgenfrei usw..

Auch wenn man vom Denken her WEISS, dass das alles im Grunde Quark ist - es sitzt ganz tief drinnen. Wie auch das Konkurrieren verinnerlicht ist - da beginnt die Konditionierung ja spätestens in der Schule. Und wer in der Schule nicht brillieren kann, sucht sich unbewusst eine 'Ersatzbefriedigung', etwas, das er sich leisten kann, eine andere soziale Gruppe usw.

Der Mensch ist ganz offensichtlich ein Wunderwesen, denn dass trotz jahrtausendelangen Fehlkonditionierungen wider die Natur und trotz der heutigen Dauerbeschallung immer noch so viele soziale Fähigkeiten und Menschlichkeit, Herzlichkeit, Hilfsbereitschaft usw. aufbringen, grenzt für mich an ein Wunder.

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